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Erfahrungsbericht zum Birnenprachtkäfer

 

Erfahrungsbericht zum Birnenprachtkäfer


Bereits im Jahr 2000 zur Landesgartenschau in Singen machte ich die ersten Erfahrungen mit dem Birnenprachtkäfer. Mir wurde damals von der Verwaltung die fachliche Verantwortung für die Streuobstbäume übertragen. Im Aachuferbereich wurde eine Magerwiese mit Streuobstbirnbäumen angelegt. Der Wuchs dieser Birnbäume war von Anfang an unbefriedigend.

Etwa ab 2002 bemerkte ich die ersten Schäden von Birnenprachtkäfer, ich kannte diesen Schädling bisher nicht.Birnenprachtkäfer Hauser1

Die Schäden an den Stämmen versuchte ich mit Ausschneiden und mit Wundwachs Verstreichen zu bekämpfen. Um den Baumwuchs zu fördern, versuchte ich mit einer Düngergabe auf den Baumscheiben den Wuchs der Bäume zu verbessern. Es half aber alles nichts mehr. Die Stämme waren vom Birnenprachtkäfer so geschädigt, dass es fast nur noch braune Rinde am Stamm gab.
In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung haben wir uns entschlossen, die Birnbäume zu roden und durch Weiden zu ersetzen. Betroffen waren etwa 25 Birnbäume.

Im Jahr 2007 wurden auf dem Golfplatz in Owingen bei Überlingen etwa 150 Birnbäume als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt. Auch diese Bäume wurden auf einer Magerwiese gepflanzt. Bereits im Jahr 2010 sah ich die ersten Schäden an diesen Birnbäumen auf dem Golfplatz. Bei mir haben sofort alle Warnglocken geläutet. Da im Streuobstbereich keine chemische Bekämpfung mit einem Insektizid zugelassen ist, musste ich über mögliche Alternativen nachdenken.
Da wir damals wie auch heute in unserem Hausgarten bei der Rettichfliege, Möhrenfliege, Zwiebelfliege und bei der Lauchmotte Kulturnetze zur Bekämpfung mit großem Erfolg einsetzen, kam mir die Idee, die Stämme der Obstbäume mit Kulturnetzen zu schützen.
Ich machte der Verwaltung am Golfplatz das Angebot mit einer Kostenschätzung, die Stämme der etwa 150 Birnbäume mit Kulturnetzen einzubinden. Die Verantwortlichen auf dem Golfplatz waren von der Idee begeistert und gaben mir die Zusage. 

IBirnenprachtkäfer Hauser2m Mai 2010 haben meine Frau und ich die Stämme der Obstbäume eingebunden. Es gab bis zum heutigen Tag keinen weiteren Befall des Birnenprachtkäfers mehr in dieser Anlage. Die Birnbäume haben sich inzwischen sehr gut entwickelt. Die Netze mit den Gummibändern sind sehr elastisch und passen sich somit sehr gut dem zunehmenden Stammumfang an.
Wir werden noch in diesem Jahr die größeren Bäume auf dem Golfplatz von den Netzen befreien, da die Stämme der meisten Bäume inzwischen eine starke Borke gebildet haben und somit für den Birnenprachtkäfer nicht mehr interessant sind.
Zwischenzeitlich haben wir einige Birnenhochstämme eingebunden. In diesem Jahr haben wir die dritte Anlage mit Netzen eingebunden.



Zusammenfassend möchte ich aus meiner bisherigen Erfahrung folgendes festhalten. Der Birnenprachtkäfer tritt immer dann auf, wenn die Bäume auf extensiven Magerwiesen stehen und mit einer minimalen Nährstoffversorgung auskommen müssen. Alle befallenen Bäume die ich gesehen bzw. mit den Netzen eingebunden habe, standen auf extensiven Grünlandflächen.

Konrad Hauser, Baumwart, Fachkraft für Umweltschutz und Landschaftspflege

 

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