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4. Obst- und Gartentag erneut voller Erfolg

Gut 120 Teilnehmer und Gäste füllten den Großen Saal der LVWO Weinsberg zum 4. Obst und Gartentag, der auch in diesem Jahr wieder vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) gemeinsam der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg (LVWO) und dem Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) veranstaltet wurde. LOGL-Geschäftsführer Rolf Heinzelmann und Dr. Franz Rueß, LVWO, begrüßten die Teilnehmer. „Mit dieser Veranstaltung bieten wir erneut einen interessanten Tag der Fortbildung für Mitglieder der OGV und LOGL-Geprüfte Obst- und Gartenfachwarte“, betonte Heinzelmann und bedankte sich bei den Partnern für die gute Zusammenarbeit. Dr. Franz Rueß, LVWO, blickte kurz auf die 150-jährige Geschichte der LVWO zurück und freute sich ebenfalls über die von Beginn an gute Resonanz des Obst-und Gartentages. Seit 2015 gab es kein Jahr, in welchem dieses Seminar nicht ausgebucht gewesen wäre. Die drei „Motoren“ LOGL, LVWO und RPS schaffen es jedes Jahr aufs Neue einen interessanten Vortragsmix zu aktuellen Gartenthemen zusammenzustellen. Auch Dr. Friedrich Merz, RPS, zeigte sich begeistert vom Engagement der Teilnehmer und zollte der „großartigen Bereitschaft zur Fortbildung“ seinen Respekt. 

Veredelungsmethoden und Unterlagen
Thorsten Espay, LVWO, machte den Anfang der Reihe von interessanten Fachbeiträgen an diesem Tag und gab einen gut strukturierten Überblick über die verschiedenen Veredelungsmethoden. Im Anschluss stellte er verschiedeneLOGL Obst und Gartentag Weinsberg2 etablierte und bewährte Unterlagen für Hausgarten und Obstwiese vor. Dr. Franz Rueß gab ergänzend hierzu einen vertiefenden Einblick zum Thema Kernobstunterlagen im Obstbau.

Wirtspflanzen der Kirschessigfliegen
Rolf Heinzelmann zeigte in seinem Vortrag das Spannungsfeld zwischen Garten- und Kulturlandschaft bei der Bekämpfung der Kirschessigfliege auf und gab einen Überblick zu den verschiedenen Wirtspflanzen der Kirschessigfliege. Nicht nur Kulturpflanzen, sondern auch viele Zier- und Wildpflanzen – wie Mahonie, Holunder oder Kornelkirsche - tragen zur Verbreitung der Fliege bei. Deren Bestände übernehmen aber andererseits oftmals wichtige ökologische Funktionen, etwa als Futterpflanzen oder Brutbestände. Auch die Beeren der Mistel, die bereits im Dezember reifen, stehen im Frühling der Kirschessigfliege als erste Wirtspflanze zur Verfügung, so Heinzelmann. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger Streuobstflächen zu pflegen und die Mistelausbreitung gezielt einzudämmen.

Sachkunde Pflanzenschutz
Speziell über den Pflanzenschutz informierten Dr. Friedrich Merz und Dr. Thomas Diehl vom RP-Stuttgart. Diehl ging auf neue Aspekte der Kirschessigfliegen Bekämpfung ein und stellte unter anderem Versuche mit Einnetzungen oder dem Aufstellen von bis zu 4,50 Meter hohen feinmaschigen Zäunen als Flugbarrieren vor.
Merz stellte gesetzliche Grundlagen und Vorschriftenvor. Er berichtete über das wichtige Thema Kartoffelkrebs und die Verordnung zur Bekämpfung dieser Krankheit.

Virosen/Phytoplasmosen im ObstbauLOGL Obst und Gartentag Weinsberg3
Die Problematik der Virosen und Phytoplasmosen im Obstbau, wie etwa Apfeltriebsucht und Birnenverfall, diskutierte Michael Petruschke, Pflanzenvirologe an der LTZ KA-Augustenberg. Da die Krankheitserreger chemisch nicht bekämpfbar sind, breiten sich diese Krankheiten durch Pfropfung kranker Edelreiser und anfälliger Unterlagen, aber auch über Vektoren, wie Insekten, leicht aus. Qualitäts- und Ertragsminderung bis hin zum Absterben befallener Bäume sind die Folge. Mache Unterlagen, die auf Resistenz getestet wurden, zeigen in Feldversuchen allerdings eine höhere Resistenz, wie etwa die Oberösterreichische Weinbirne bei Birnenverfall, und könnten in Zukunft gängig verwendeten Unterlagen ersetzen, betonte Petruschke. Durch die Methode der Wärmetherapie-Technik der LTZ werden Triebspitzen virusfrei gemacht und auf virusfreie Unterlagen gepfropft um virusfreies Pflanzgut zu produzieren.

Stauden im Hausgarten
Der Klimawandel hat eine zunehmende Veränderung der Durchschnittstemperaturen und der Niederschlagsmengen zur Folge. Milde, nasse Winter und heiße, trockene Sommer sind die Folge. Allerdings nehmen auch Extremniederschläge zu. Gärtnermeister Michael Moll von der Staudengärtnerei in Echterdingen zeigte auf, wie die Staudenauswahl im Hausgarten auf diese klimatischen Veränderungen angepasst werden kann. Sorten, die weniger trocken- und hitzeempfindlich sind, kommen mit den veränderten Bedingungen besser klar. Er stellte verschiedene Mischpflanzungs-Konzepte vor und betonte, dass mit dem richtigen Fachwissen und der richtigen Pflanzenauswahl eine Staudenbepflanzung dennoch an allen möglichen Standorten möglich ist. Der Einbau einer fachgerechten Tropfbewässerung und deren sinnvolle Bedienung kann hierbei die richtige Wasserversorgung erleichtern, so Moll.

Das abwechslungsreiche Programm wurde durch Informationsstände verschiedener Aussteller ergänzt, die in den Pausen besucht werden konnten. So bot der Obst- und Gartentag auch in diesem Jahr den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten zum kollegialen Austausch.

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